Ferienunterkünfte an der Küste von Alicante sind für August 2026 zu 92,2 % ausgebucht — der höchste Wert auf dem spanischen Festland, vor allen anderen Mittelmeerprovinzen. Die Zahl stammt von Rentalia, der Ferienvermietungs-Plattform von idealista, aus dem am 29. Juli veröffentlichten Verfügbarkeitsbericht. Sie fällt mitten in die schärfste Regulierungswelle, die die Kurzzeitvermietung in Spanien je erlebt hat — und sagt Käufern etwas, das in den Schlagzeilen über Verbote und Obergrenzen fehlt: Die Nachfrage nach einem Feriendomizil am Meer war nie stärker.
Die Zahlen: Nur die Inseln und der grüne Norden liegen vorn
An Spaniens Küsten liegt die durchschnittliche August-Auslastung bei 85,5 %. Die Provinz Alicante — im Kern die Costa Blanca — liegt fast sieben Punkte darüber, übertroffen nur von zwei Inseln und Asturien:
| Reiseziel | Auslastung August 2026 |
|---|---|
| Mallorca | 99 % |
| Asturien | 95,6 % |
| Menorca | 94,6 % |
| Lanzarote | 93,5 % |
| Alicante / Costa Blanca | 92,2 % |
| Murcia / Costa Cálida | 89,1 % |
| Málaga / Costa del Sol | 86,8 % |
| Durchschnitt spanische Küste | 85,5 % |
| Provinz Valencia | 72,6 % |
Die Costa Blanca übertrifft die Costa del Sol um mehr als fünf Punkte und manche Atlantikküste um das Doppelte. Am schnellsten wächst das benachbarte Murcia: von 80,6 % im vergangenen August auf jetzt 89,1 % — ein Signal für alle, die die Costa Cálida im Blick haben.
Rentalia selbst verweist auf den Norden: Asturien und Kantabrien legten binnen eines Jahres über vier Punkte zu, getragen von der Nachfrage nach „Klima-Refugien“ — doch die Mittelmeerküste bucht weiterhin auf deutlich höherem absolutem Niveau aus (Quelle: Alicante Plaza / Rentalia).
Anmerkung von Bravos Estate: Wir sehen dasselbe Muster von innen — die Kaufanfragen zur Vermietung rund um Benidorm und La Cala de Finestrat übertrafen in diesem Sommer alles, was wir im Frühjahr auf den Markt gebracht haben. Wenn die Auslastung im am stärksten regulierten Sommer aller Zeiten über 90 % liegt, ist das Angebot der Engpass — nicht die Nachfrage.
Die Nachfrage überholt das Regelwerk
Bemerkenswert sind die 92,2 % vor allem wegen des Umfelds: Die Kurzzeitvermietung in Spanien wird von Quartal zu Quartal härter reguliert — und die Buchungen steigen trotzdem.
Valencianische Gemeinschaft: strengere Lizenzen seit 2024
Die Regionalregeln von 2024 verschärften Registrierung, Verlängerungen und die Zustimmungspflicht der Eigentümergemeinschaft. Das Angebot brach nicht ein — der Markt wurde sauberer und professioneller, die Nachfrage konzentriert sich auf lizenzierte Objekte.
Málaga: ein dreijähriges Verbot nebenan
An der Costa del Sol hat Málaga neue Touristenlizenzen für drei Jahre eingefroren — Details und Karte in unserer Analyse des Málaga-Verbots. Die Provinz Alicante geht einen anderen Weg: regulieren und durchsetzen statt pauschal verbieten.
Madrid: das nationale Dekret rutscht auf September
Das Dekret zur Saisonvermietung — ein eigenes Regime für Aufenthalte von 31 Tagen bis 12 Monaten — wurde vor der Sommerpause vom letzten Ministerrat genommen und auf September verschoben, nachdem Junts und Podemos den Entwurf abgelehnt hatten. Bis dahin gilt der aktuelle Rahmen.
Hinweis für Eigentümer: Eine Touristenlizenz wird beantragt, nicht mit der Urkunde vererbt. Jede neue Beschränkung verkleinert die Karte, wo sie noch erteilt wird — Objekte im Aparthotel-Format und Wohnungen in lizenzierenden Gemeinden werden damit immer schwerer zu ersetzen.
Was 92,2 % bedeuten, wenn Sie zum Vermieten kaufen
1. August ist die Obergrenze — trägt aber das ganze Jahr
Eine Auslastung über 90 % in der Hochsaison ist das Fundament der Jahresrendite: Lizenzierte Objekte in Benidorm, Calpe oder Torrevieja laufen übers Jahr typischerweise bei 65–80 %, Juli und August sind praktisch ausverkauft. Realistische Renditerechnungen, Lizenzschritte und Verwaltungskosten finden Sie in unserem Leitfaden zum Vermieten einer Immobilie in Spanien.
2. Die Lizenz: wie es wirklich funktioniert
Málaga hat gezeigt, wie schnell sich ein Markt schließen kann. Wichtig zu wissen: In Spanien wird die Touristenlizenz nicht mit der Wohnung gekauft — der neue Eigentümer beantragt seine eigene, und in eingefrorenen Zonen wird sie schlicht nicht erteilt. Die Ausnahme ist das Aparthotel-Format: Gebäude, die bereits unter einer Touristenlizenz betrieben werden, etwa Pure Sea an der Playa del Torres in Villajoyosa. Die gute Nachricht für die Costa Blanca: Die meisten Gemeinden erteilen hier noch Lizenzen — die Tür ist offen, aber es lohnt sich, vor einer Verschärfung zu handeln. Die Steuerseite kalkulieren Sie früh mit unserem Leitfaden zu Immobiliensteuern in Spanien.
3. Wo die Nachfrage wirklich ankommt
Benidorm und der Gürtel Finestrat–La Cala bleiben die gefragteste Vermietungszone der Küste. Zwei Einstiege: Las Brisas Living in Cala de Finestrat — ein Coming-soon-Projekt, bei dem frühe Käufer vor dem offiziellen Verkaufsstart einsteigen — und Benidorm Hills in Finestrat, eine ganzjährig bewohnbare Anlage, gebaut genau für diese Nachfrage. Oder Sie sparen sich die Suche: Füllen Sie ein kurzes Formular aus, und wir stellen Ihnen in 24–48 Stunden die passende Auswahl zusammen.
Ausblick: Der September schreibt die Regeln neu — nicht die Nachfrage
Das verschobene Dekret kommt im September zurück auf den Tisch, und weitere Gemeinden werden Málagas Beispiel mit Lizenz-Obergrenzen folgen. An dem Bild, das Rentalia gerade vermessen hat, ändert das nichts: Neun von zehn Ferienwohnungen an der Küste von Alicante sind im August belegt — im am stärksten regulierten Sommer, den die spanische Kurzzeitvermietung je hatte. Beschränkungen entscheiden, wer diese Nachfrage abschöpft — abschalten können sie sie nicht.



